Historie

Im Rückblick auf ein bewegtes Vereinsleben und organisierte Fasnet fällt natürlich unschwer auf, dass die Narrengilde Wyhl nicht so traditionsgebundene Fasnet macht, wie das öfter Zünfte, zum Beispiel aus dem Schwarzwald, heute noch tun. Meistens sind diese sogenannten „alten Zünfte“ eingebunden in große närrische Dachverbände, wie zum Beispiel dem Verband Oberrheinischer Narrenzünfte oder der Schwäbisch Alemannischen.

Auch in Wyhl wurde natürlich lange vor dem Geburtstag der Narrengilde Fasnet gemacht. Man verkleidete sich mit Stoffmasken und schneiderte sich Kleider, die, aus der Not geboren, sicherlich nicht dem entsprachen wie heute Fasnet gemacht wird. Aber die Freude an der sogenannten „Fünften Jahreszeit“ war sicherlich genau so gegeben wie heute. Viele begnügten sich auch mit alten Kleidern aus Großmutters Kleiderschrank, um einmal im Jahr ihr gewohntes Ich mit dem Narrenkleid zu tauschen.

In den Zeiten vor und nach dem ersten und zweiten Weltkrieg war die Straßen- und Häuserfasnet die beliebteste Art der närrischen Artikulation. Verschiedene Vereine, wie Musikverein, Sportverein und Gesangverein versuchten in dieser Zeit immer wieder mit selbstdefinierten kleineren Umzügen und selbstgebauten Narrenwagen Dinge des alltäglichen Lebens närrisch zu glossieren. Auch wurden nach dem zweiten Weltkrieg immer wieder Fasnachtsveranstaltungen in Sälen und Gaststätten abgehalten, die fast durchweg für die Mitglieder dieser Vereine bestimmt waren.Was fehlte war ein Verein, der die ganzen närrischen Aktivitäten gebündelt organisieren konnte. Ein Meilenstein der organisierten Fasnet in Wyhl war die Gründung des Fasnetkomitees 1964.

Dies war eine närrische Organisation aus Vertretern der bestehenden Wyhler Vereine, die auch gleich den ersten Rosenmontagsumzug organisierte. Auch beim Hemdglunkerumzug, der übrigens schon Jahre zuvor einen festen Platz in der Fasnetszeit hatte, wurde nun an verschiedenen Plätzen angehalten und nach einer Einlage des Musikvereins, verkündete der Vorsitzende und Initiator der neu gegründeten Vereinigung, Alfred Iber, mit gewaltiger Stimme, dass die Fasnet jetzt beginnen könne. Die mit weinroten Samtmänteln und Narrenkappen herausgeputzten Komiteemitglieder waren nun auch optisch nicht mehr zu übersehen.

Schon im Folgejahr 1965/66 wurde Waltraud Kühnel (Scheer) als erste Wyhler Fasnetsprinzessin gekürt. Da in den ersten drei Jahren im Fasnetskomitee kein Protokoll geschrieben wurde, muss heute auf die Niederschrift des in der Generalversammlung 1966 neu gewählten Schriftführers Werner Mamier zurückgegriffen werden.

Die Komiteeleitung setzte sich 1967 wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Viktor Flaig  (Hundesportverein)

2. Vorsitzender Eduard Röttele (Gesangverein)

Rechner: Klaus König (Musikverein)

Schriftführer: Werner Mamier (Turnverein)

Weiter fungierten:

– Albin Schwörer (SC Wyhl)

– Alfred Iber (Feuerwehr)

– Klaus Braun (Radsportverein)

– Anton Herb (Musikverein)

– Karl Krämer (Turnverein)

1969 war dann die Zeit endlich reif, einen selbständigen Verein zu gründen. Zu unterschiedlich waren die Interessensphären der einzelnen Vereine, die im Fasnetskomitee ihr eigens Süppchen kochen wollten. Am 31. März 1969 im Gasthaus Restauration wurde die Narrengilde aus der Taufe gehoben. Großen Verdienst an dieser Gründung hatte sicherlich der damalige Bürgermeister Wolfgang Zimmer, der es verstand, dem neuen Verein das „Gehen“ zu lehren. Im geschäftsführenden Vorstand waren alsdann Viktor Flaig (Obernarrenvogt), Eduard Röttele (Narrenvogt), Werner Mamier (Chronist), Klaus König (Schatzmeister) und Karl Krämer (Zeremonienmeister). Den erweiterten Vorstand bildeten Klaus Glöckner, Ernst Braun, Ernst Götz, Ernst Leber, Albin Schwörer und Wolfgang Zimmer. Mit Rosa Schwab und Maria Röttele waren auch zwei Damen bei den Gründungsmitgliedern, die als Narrenbeirätinnen fungierten.

Der Elferrat war geboren und machte sich nunmehr an die Arbeit, den neuen Verein und damit die Wyhler Fasnet mit neuem Leben zu erfüllen, aber auch überliefertes fasnächtliches Brauchtum zu erhalten und der Zeit angepasst zu pflegen und weiter zu entwickeln. Dabei war man sich auch bald einig, dass sich die Narrengilde von keinem Dachverband, wie der Oberrheinischen Narrenvereinigung vereinnahmen lassen wollte. Man störte sich auch nicht, in mannigfaltiger Art ein bisschen rheinischen Flair in die närrische Aktivitäten mit einfließen zu lassen. Schon bald war die Narrengilde ein fester Bestandteil im Verbund der etablierten Wyhler Vereine.

Neben einer kontinuierlichen Aufbauarbeit, getragen von motivationsbereiten Elferräten, deren Aufbruchstimmung sich auch auf die Bevölkerung übertrug, konnte sich schon im Jahr 1970 das erste Ballett der Narrengilde auf Initiative von Frau Ursula Zimmer gegründet werden. Diesem Ballett gehörten an: Trudel Schwörer, Gaby Müßle, Ursula Schwab, Ilse Ziser, Hildegard Ritter, Hertha Lamprecht, Roswitha Schwab, Brigitte Busch und Trudel König.

Schon im Jahr 1971 wurde am Schmutzigen Donnerstag der erste Narrenbaum gestellt, das Rathaus erstürmt, der Bürgermeister abgesetzt und Karl Krämer als Zeremonienmeister verkündete vom Rathausbalkon die Narrengesetze. Nun galt es noch eine Fasnetsfigur als Häs der Gilde zu finden. Dies sollte eine schwere Geburt werden. In vielen Sitzungen wurden Vorschläge unterbreitet, was für eine Fasnetsfigur wohl zukünftig der Gilde Pate stehen sollte. Schließlich war man fündig geworden und stellte das erste Wyhler Wolfskostüm in der Generalversammlung 1972 vor. Mündliche Überlieferungen sagen aus, das unser Dorf früher oft von Wolfsrudeln überfallen wurde und ihr Gejohle Angst und Schrecken auslöste. Ableitend davon wurde das Wolfshäs kreiert, zumal wir den Spitznamen Wyhler Wölfe eh schon inne hatten. Furchterregend soll das neue Narrenhäs, der Wolf, ja nicht sein, aber manch jungem Mädchen soll er zwischenzeitlich schon den Kopf verdreht haben. Eine Eigenart ist sicherlich, dass er den Schwanz in der Hand trägt. Entworfen wurde die Wolfsmaske von Erwin Ganter, einem Wyhler Bürgersohn, der heute in Endingen lebt und zwischenzeitlich mehr als 200 Masken geschnitzt hat, also der Vater eines großen Rudels wurde und Frau Ursula Zimmer, die sich um den richtigen Wolfsstoff kümmerte. In der Folgezeit gab es die ersten Wolfsorden, welche sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen.

1971 erschien auch erstmals das Wyhler Narrenblättle, mit närrischen Begebenheiten, welche seither Jahr für Jahr die Bevölkerung zum Schmunzeln anregen soll.

1976 musste der allzu Rheinländisch klingende Helau-Ruf dem nun zum Häs besser passenden Hoorig-Schlachtruf weichen. Hoorig, abgeleitet vom im Volksmund bekannten „Hoorig isch die Katz“. Da jedoch der Wolf genau so hoorig (haarig) ist, tat man sich mit dieser Umfunktionierung nicht schwer.

Als 1977 gar ein geschnitzter überdimensional großer Wolf über dem Brunnen bei s’Michelis Platz über Fasnacht Position bezogen hatte, war die Dominanz der Wölfe nicht mehr zu stoppen. Auch wird seither immer am 11.11. jeden Jahres von den Narren bei der Generalversammlung eine Wolfskegelisuppe verziert, welche die Aktivisten für die närrischen Tage stärken und inspirieren soll.

Einen wohl nicht mehr zu erreichenden Rekord gab es beim Rosenmontagsumzug 1977, als sage und schreibe 48 Wagen- und Fußgruppen mit ca. 800 Teilnehmern den Umzug gestalteten. Eine große Zuschauerkulisse gab diesem närrischen Spektakel den nötigen Rahmen.

1979 feierte die Narrengilde dann ihr 10-jähriges Bestehen. Bei einem großen Festbankett mit vielen Gästen aus Nah und Fern wurde auf erfolgreiche Aufbauarbeit angestoßen. Bei dieser gelungenen Feier wurde gleichzeitig zum ersten Mal die große Ehrentafel der Gilde an verschiedene verdiente Mitglieder verliehen. In der Jugend liegt die Zukunft, diesen Leitspruch machte sich auch die Narrengilde zu eigen und gründete im Jahre 1982 das erste Jugendballett. Unter Leitung von Edith Hunn tanzten zum ersten Mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, folgende Mädchen: Susanne Flamm, Eugenia Ziser, Michaela Rinklin, Kerstin Vitt, Simone Krella, Sandra Villinger, Petra Klingenberg, Monika Schweizer, Beate Schweizer, Manuela Nutto, Marion Schönstein, Manuela Kerzenmacher, Monja Flamm, Cornelia Schätzle und Jutta Strudel. Auch diese Gruppe, mit anderen Personen natürlich, hat bis heute einen festen Bestand in der Narrengilde. Auch die erste Vereinsfahne wurde zwischenzeitlich entworfen und vorgestellt. Diese schmückt seither über Fasnacht unseren närrischen Ort. In diesen Jahren hatte auch die Straßen- und Häuserfasnet, das sogenannte „Schnurren“ ihre Blütezeit, wobei auch die Vielfalt der Gaststätten dazu beitrug. Das närrische Spektakel mit vielen verkleideten Närrinnen und Narren war über die Grenzen Wyhls bekannt und beliebt und mancher verblendete Gast der liebestrunken seine weibliche Errungenschaft nach Hause begleiten wollte, merkte erst sehr spät, dass er von einem Jungen zum Narren gehalten wurde. Das Schließen der meisten Gaststätten hat unweigerlich mit dazu beigetragen, dass dieser für ältere Jahrgänge liebgewonnene Brauchtum leider fast nicht mehr existiert.

1983 war wohl das dunkelste Kapitel der Wyhler Narrengilde zu schreiben, als zwei vollbesetzte Busse die Narrengilde ins Walsertal bringen sollten und einer der Busse bei Donaueschingen verunglückte. Viele Schwer- und Leichtverletzte und eine lebensgefährlich verletzte Frau, die anschließend in Krankenhäuser in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Konstanz und Herbolzheim verlegt werden mussten, waren das traurige Ende eines hoffnungsvoll gestarteten Ausfluges. Viele der Verunglückten haben bis zum heutigen Tag bleibende körperliche Schäden. Trotz alledem musste die Vereinsarbeit natürlich weitergehen. So komponierte 1984 Alfred Schwörer mit dem text von Rudi Schwörer das Wyhler Wolfslied, welches zu einem närrischen Ohrwurm wurde und welches jedes Kind singen kann.

Ihre Heimat fand die Narrengilde zwischenzeitlich auf Empfehlung von Zeremonienmeister Karl Krämer im Kellergewölbe der Raiffeisenbank. Diese Räumlichkeit wurde in mühevoller Eigenarbeit von der Narrengilde zum Narrenkeller um- und ausgebaut. Das Vereinsleben mit den Sitzungen findet seither in diesen Räumen statt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Raiffeisenbank, die auch Hausherr dieses Gebäudes ist.

1987 erfuhr die Narrengilde eine weitere Bescherung der närrischen Abteilungen. Eine Guggenmusik – die Hornigler – wurde ins Leben gerufen. Nunmehr war die Narrengilde bei Umzügen als auch bei Bällen akustisch nicht mehr zu überhören. Gründer und Initiator dieser Gruppe war Roland Busch, der sie auch jahrelang leitete. Höhepunkt der Hornigler war sicherlich ein Fernsehauftritt in der Sendung „Geld oder Liebe“, bei der Simone Krella als Kandidatin zwischen beidem zu wählen hatte.

1991 klebte der Narrengilde das Pech wieder an den Sohlen. Hatte man doch für das bevorstehende 22-jährige Bestehen ein großes Fest vorbereitet. Als 14 Tage vor Beginn der Festlichkeiten alles geplant und in trockenen Tücher schien, brach der Golfkrieg aus und vorbei war’s mit der närrischen Herrlichkeit. Die Absage aller närrischen Aktivitäten durch die Politik brachte auch die Narrengilde an den Rand des finanziellen Existenzminimums. Viele Aktivitäten und Veranstaltungen etc. waren notwendig, um das nicht vorhersehbare finanzielle Desaster wieder einigermaßen auszugleichen. Ein Dank auch heute noch den vielen Mitgliedern und der Gemeinde, die mit Spenden ihren Beitrag zur finanziellen Gesundung der Narrengilde beigetragen haben.

Eine neu entworfene Vereinfahne konnte die Narrengilde 1991 der Bevölkerung anbieten. Mit einem Festbankett und einem Jahr Verspätung wurden die Feierlichkeiten anlässlich des 22-jährigen Bestehens 1992 nachgeholt und gestartet. Ein von Maika Zink vorgetragener Festprolog bildete dabei den Startschuss. Ein Höhepunkt dieser Veranstaltung war sicherlich die Verschwisterung mit dem Patenverein Hornig Orschweier und die Vorstellung eines neuen Wolfsliedes mit dem Titel „An Fasnet muesch a Wyhler si“, mit Text und Melodie von Rudi Schwörer und Arrangement von Heinrich Schwörer.

Vertreter vieler Gastzünfte beglückwünschten uns beim Brauchtumsabend und ließen die Stimmung in der vollen Turnhalle zu einer würdigen Jubiläumsveranstaltung zu werden. Auch der Festumzug mit über 45 Gastzünften und über 2000 Teilnehmern bildete trotz klirrender Kälte ein Festival an närrischem Ideenreichtum wie ihn Wyhl noch nicht erlebt hatte. Nach diesen gelungenen Festlichkeiten konnte die Narrengilde erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben. Erwähnenswert ist sicher auch, dass die Narrengilde schon zweimal den Fähnchenschmuck für den gesamten Ort gekauft und genäht hat, damit sich unser Ort über die Fasnetszeit farbenfroh präsentieren kann.

1994 wurde der Narrengilde-Keller mit viel Eigenarbeit der Gildemitglieder renoviert und ausgebaut. Die Raiffeisenbank Wyhl als Hausherr hat dabei dankenswerterweise die Kosten für die Materialien übernommen. In einer außerordentliche Generalversammlung am 05.03.1995 wurde ein zweites Häs, die Rühwaldhexen, neben der Hauptfigur, dem Wolf, gleichberechtigt in die Narrengilde aufgenommen. Erster Oberhexenmeister und Geburtshelfer war Dietmar Böcherer. Fester Bestandteil im fasnächtlichen Reigen ist nunmehr auch der Kinderumzug am Fasnet-Dienstag mit Abschluss im Reckholdernest.

Seit vielen Jahren sind die weit über Wyhls Grenzen hinaus bekannten Bälle der Narrengilde Höhepunkte der organisierten Fasnet, bei denen weit über 100 Akteure mitwirken. Auch ist unübersehbar, dass sich die närrische Aktivität über die Fasnacht mehr zu einer Häuserfasnet entwickelt hat, weil sehr viele Gaststätten ihre Pforten geschlossen haben. Eine Entwicklung, die die Narrengilde nicht beeinflussen konnte. Ein Stück Nostalgie ging damit natürlich verloren.

Im Jahre 1999/2000 gab Obernarrenvogt Werner Mamier sein Amt nach einem Viertel-Jahrhundert in jüngere Hände und hat mit Dominic Fischer einen würdigen Nachfolger gefunden. Auch dem gesamten Elferrat kommt heute zu Gute, dass sich über Jahre hinweg immer wieder junge Leute in führende Positionen der Gilde wählen ließen.

Mit einer mehrtägigen Jubiläumsveranstaltung konnte die Narrengilde gemeinsam mit tausenden Gästen im Januar 2002 ihr 33-jähriges Bestehen feiern. Gestartet wurde am mit einem Festbankett, in dessen Rahmen Mitglieder für 10-, 20- und 30jährige Mitgliedschaft geehrt wurden. Außerdem durften wir beinahe alle Prinzessinnen der letzten 33 Jahre auf der Bühne begrüßen. Unsere Patenzünfte aus Orschweier und Oberrotweil überbrachten uns ihre Geburtstagsglückwünsche und auch die FEN ließ es sich nicht nehmen uns ihren Geburtstagsgruß persönlich zu überbringen. Mit einem Brauchtumsabend startete eine Woche später, am 11. Januar, sodann das Jubiläumswochenende, bei dem unzählige Narrenzünfte und Guggenmusiken der Gilde ihre Glückwünsche überbrachten. Neben vielen Tanzauftritten und Guggenmusikeinlagen sorgte die Golden Showband dafür, dass bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde. Als besonderes Highlight konnte am nächsten Tag die Party-Cover-Band Radspitz engagiert werden. Über 2000 Narren und Geburtstagsgäste brachten die Wyhler Sporthalle zum Beben. Am Sonntagnachmittag kamen über 80 Narrenzünfte bzw. 4000 Hästräger aus allen Himmelsrichtungen herbei, um an unserem Jubiläumsumzug teilzunehmen. Trotz äußerst schlechten Wetterbedingungen säumten auch zahlreiche Zuschauer die Umzugsstrecke. An dieser Stelle möchten wir auch den Wyhler Vereinen danken, die durch ihre aktive Mithilfe uns bei der Organisation dieser riesigen Veranstaltung halfen – sei es nun durch einen musikalischen Beitrag oder Verpflegungsständen am Umzug.

Gemeinsam mit dem Turnverein Wyhl haben wir beschlossen nach langer Zeit nicht mehr am Wyhler Gassenfest teilzunehmen. Dennoch brauchten wir eine Alternative, denn ohne mehrere Veranstaltungen ist es schwer, einen Verein über Wasser zu halten. Nach langer Überlegung war die Idee des Wyhler Oktoberfestes geboren. Zusammen mit dem Turnverein wollten wir in Wyhl etwas noch nie Dagewesenes veranstalten. Nach wochen- und monatelanger Vorbereitung fiel am 02.10.2003 der Startschuss für das 1. Kaiserstühler Oktoberfest. An drei Tagen boten wir den Gästen aus Nah und Fern feinste Unterhaltung. Den Auftakt machte die aus Funk und Fernsehen bekannte Spider Murphy Gang. Im Rahmen ihrer Skandal-Tour machten sie auch im Wyhler Festzelt halt. Mit ihren Hits „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ heizten sie dem Publikum mächtig ein. Vorgruppe war die aus Wyhl stammende Gruppe „Fisherman’s Fall“, die mit ihren Mundarthits das Publikum in Stimmung brachte. Und im Anschluss an den Highlight-Auftritt der Spider Murphy Gang bot die Golden Show Band den Gästen die Möglichkeit das Tanzbein zu schiwingen.

Am Tag darauf ging es zünftig zu. Mit den Original Mooswälder Musikanten gab es für alle Besucher des äußerst gut besuchten Festzeltes Oktoberfest-Stimmung pur. Passend zu Weiswürsten, Brezeln, Haxen und gutgefüllten Maß, wurde den Gästen ein abwechslungsreiches Programm an Showauftritten der Turnvereinabteilungen, Maßkrugstemmen und musikalischer Unterhaltung geboten.

Zum Abschluss gab es am letzten Tag rockig-fetzige Partymusik der Joe Williams Band. Besonders das jugendliche Publikum folgte unserer Einladung und tanzte zu dem genialen Sound der Party-Cover-Band bis in die frühen Morgenstunden.  Neben unseren beiden Bällen und dem Rosenmontagsumzug in der Fasnetswoche ist noch eine weitere Veranstaltung fester Bestandteil unseres Vereinsjahres geworden. Immer im November veranstalten wir zu Beginn der neuen Fasnetssaison ein Hästrägertreffen für Zünfte und Guggenmusiken aus der ganzen Region. Anfangs fanden diese Treffen noch in der Wyhler Bogensporthalle statt. In einem Jahr sogar in der Festhalle einer Nachbargemeinde. Mittlerweile bringen wir aber die Wyhler Festhalle zum Beben. Über zwanzig Zünfte und Guggenmusiken feierten mit uns schon sechs mal eine riesige Fasnetsfete.

Das zweite Oktoberfest konnten wir im Jahr 2005 erneut mit der Zusammenarbeit mit dem Turnverein Wyhl erfolgreich durchführen. Dieses Mal hatten wir als besonderes Highlight eine 80er Fete für unsere Gäste. Stars wie Markus (Ich will Spaß), Hubert Kah (Sternenhimmel), Geiersturzflug (Bruttosozialprodukt) und Peter Schilling (Major Tom) gaben auf der Wyhler Festzeltbühne ihr Können zum Besten uns ließen unsere Gäste wieder zurück in die verrückten 80er Jahre reisen. Wieder folgten massenhaft Zuschauer unsere Einladung und brachten unser Festzelt zum Wackeln. Zum Abschluss dieses Abends legte DJ Matthias die heißesten Scheiben aus den 80er Jahren auf.

Neben der 80er Party boten wir wiederum einen Bayrischen Abend. In diesem Jahr wussten die Musikanten unsere Gäste, unter denen sich viele in original bayrischer Tracht zeigten, zu unterhalten. Wieder gab es Spiele und Wettbewerbe und die verschiedenen Tanz- und Turngruppen des Turnvereins und der Narrengilde ließen die Beine über die Bühnenbretter wirbeln. Am dritten und letzten Tag unsere Festes boten sich die beiden Party-Cover-Bands Radspitz und Joe Williams ein wahres Band-Battle in unserem Festzelt. Mit über 3500 Besuchern an diesem Abend platzte unser Festzelt beinahe aus allen Nähten. Die Stimmung war nicht mehr zu überbieten, die Menge tobte und das Festzelt kochte bei dieser partybegeisterten Menge. Neben all diesen Veranstaltungen hat natürlich auch die Geselligkeit innerhalb des Vereins einen wichtigen Stellwert. Alle unseren Gruppen machen intern kleine Feiern, Ausfüge oder Grillen gemeinsam. Und auch für den Gesamtverein gab es im Jahr 2006 nach vielen Jahren erstmals wieder einen gemeinsamen Ausflug. Mit unserer Patenzunft in Orschweier verbinden uns nicht nur die gegenseitigen Besuche während der Fasnetszeit, sondern auch die alljährliche gemeinsame Gestaltung des Vatertag.

Heute liegen viele lustige Momente hinter uns. Auch schwierige Zeiten mussten wir durch machen. Doch heute sehen wir mit Zuversicht in die Zukunft. Unsere Fasnet ist ein fester Bestandteil des Wyhler Vereinslebens geworden. Wir wünschen uns, dass unser Verein stetig wächst und es immer wieder neue Fasnetsnarren mit Kreativität und Elan geben wird, die die Wyhler Fasnet mit neuen Ideen bereichern werde.